Donnerstag, 15. November 2007

Nächstes Thema des politischen Café - Gedenkjahr 2007 an den 40. Todestag von Ché Guevara am 22.11.2007, 4. Stunde

Kann Ché Guevara heute noch als Freiheitskämpfer und Held angesehen werden, handelt es sich bei dieser historischen Person lediglich um einen gewaltbereiten Idealisten oder Terroristen?


interessante Links:
http://www.lateinamerikanachrichten.de/
http://www.lateinamerikaaktuell.com/
http://www.latinoamerica-online.it/
von Lisa Maria

Thema vom 15.11.2007 - Die Diktaturen in Pakistan und Burma im Mittelpunkt der weltweiten Aufmerksamkeit

Beim heutigen Treffen im Café ging es um die Frage, ob Gewalt zur Beseitigung eines diktatorischen Regimes eingesetzt werden kann und soll. Dazu wurden die Beispiele Pakistan und Burma herangezogen, wo grundsätzlich nach verschiedenen Strategien vorgegangen wird, um die zwei Militärjuntas zu stürzen. In Pakistan oftmals durch organisierte Gewalt, in Burma mit weitgehenem passiven und friedlichen Widerstand.
Eine Schülerin vertrat die Meinung, dass Gewalt Gegengewalt hervorruft und deren Einsatz deshalb grundsätzlich nicht sinnvoll und oftmals sogar das Gegenteil von dem bewirkt was man zu bewirken beabsichtigte. Andere wiederum waren davon überzeugt, dass es oftmals notwendig ist Unrechtsregimes mit Gewalt zu stürzen, wobei man dabei darauf achten muss, dass nicht Unschuldige geschädigt werden. Dabei wurde die provokante Frage gestellt, ob es in diesem Sinne gerechtfertigt sei, mit Gewalt gegen die Ordnungskräfte bei einer Demonstration vorzugehen, um die eigenen Ideen zu verfolgen? Auf diese Frage wurde mit geteilten Meinungen geantwortet. Einige bemerkten, dass die Polizeikräfte ja auch Teil des Volkes sind und oft nicht die freie Wahl hätten, ob sie einen Befehl ausführen oder nicht, deshalb sei es nicht gerechtfertigt ihnen gegenüber Gewalt auszuüben. Andere wiederum sahen die Polizei als Ausdruck der Staatsgewalt, gegen die es in Extremsituationen gerechtfertigt sei vorzugehen.
Eine weitere Frage die sich stellte, ging um die Art von Gewalt die angewendet werden kann. Es gibt Gewalt gegen Menschen, aber auch gegen Sachgegenstände und psychische Formen der Gewalt. Je nach dem welche dieser Formen eingesetzt werde, könne man nicht absolut dagegen sein, v. a. dann wenn Gewalt sich nicht gegen Menschen richte.
Das Schlusswort der Diskussion stammte von der Schülerin, die die Diskussion eröffnet hatte, welche bemerkte, dass es keine Form von friedlicher Gewalt gebe.
Piero Di Benedetto

Donnerstag, 8. November 2007

Nächstes Thema des politischen Café - Die Diktaturen in Pakistan und Burma im Mittelpunkt der weltweiten Aufmerksamkeit.

Steht es der Bevölkerung dieser Staaten zu, auf Kosten der öffentlichen Ordnung für demokratische Reformen auf die Straßen zu gehen, wo Demonstrationen oftmals gewaltsam nieder geschlagen?

Thema vom 06.11.2007 - 4. November - Siegesfeier oder Mahnfeier

Bei diesem Treffen im Politischen Café ging es um die alljährliche Kranzniederlegungsfeiern an verschiedenen Schauplätzen in Südtirol, welche immer wieder Kontraste zwischen den Sprachgruppen herbei führen. Herausragend ist hierbei die Kranzniederlegung einiger Politiker der italienischsprachigen rechtsgerichteten Parteien am "Siegesdenkmal" in Bozen. Anhand von drei Zeitungsberichten der Südtiroler Tageszeitungen in deutscher und italienischer Sprache, wurde das Thema eingeleitet.
Die jungen Cafébesucher hoben einhellig die Nutzlosigkeit derartiger Feiern hervor, auch wenn der eigentliche militärischen Hintergrund (Ehrung aller im Krieg Gefallenen) erkannt wurde. Dies deshalb, weil es dabei in unserem Land immer wieder Provokationen gibt, bzw. weil sich Menschen provozieren lassen oder sich provoziert fühlen. Wenn man vermeiden würde, derartige Feiern an strittigen Orten abzuhalten, gäbe es weniger Gründe für Kontraste zwischen den Sprachgruppen. Die Diskussion driftete unvermeidlich in den Themenkreis "Identität der Südtiroler Sprachgruppen" ab. Dabei wurde die Frage gestellt, ob es gerechtfertigt sei, wenn die Schützen mit dem Landeshauptmann an der Spitze am "Andreas Hofer Denkmal" in Meran ihre militärischen Ehrerbietungen abhalten würden? Und ob sich davon die italienischsprachigen Südtiroler provoziert fühlen dürften? Ein Großteil der Gruppe vertrat die Meinung, dass es zur deutschsprachigen Tradition gehöre in Schützentracht aufzutreten und dass diese Tradition zu respektieren sei. Andere antworteten darauf mit der Gegenfrage, ob es den italienischsprachigen Mitbürgern verwehrt bleiben sollte, sich z. B. mit den Alpini zu identifizieren, die sich am 4. November am Walterplatz aufstellen, um den gefallenen Kameraden zu gedenken? Diese Diskussion wurde mit der Erkenntnis beendet, dass sich bei derartigen Themen immer wieder einige Südtiroler aller Sprachgruppen provoziert fühlen werden und dass die verschiedenen Identitätsempfindungen zu respektieren seien. Dass man Provokationen jedoch, mit gutem Willen und durch die Verhinderung von provokantem Auftreten vor bestimmten Denkmälern, verringern könnten.
Zuletzt wurde über die Gegendemonstration der "Antifa-Bewegung Meran" in Bozen gesprochen. Diese Bewegung versuchte friedlich, gegen jede Art von Faschismus, u. a. die Kranzniederlegung am "Siegesdenkmal", aufzutreten. Dabei war es unerheblich welcher Sprachgruppe die Demonstranten angehören und stellte somit eine sprachgruppenübergreifende Versanstaltung dar. Die Cafébesucher begrüßten die Aktion grundsätzlich, da sie friedlich abgehalten wurde, da der sprachgruppenübergreifende Charakter vorhanden war und weil die Jugend in Südtirol nach der gescheiterten Schülerdemo im Oktober, bewiesen hat, dass sie in der Lage ist, eigene politische Ideen an die Öffentlichkeit zu tragen.
Piero Di Benedetto