Bei diesem Café ging es um die immer wieder aufflammende Regierungskrise der Koalitionsregierung rund um Ministerpräsident Romano Prodi. Aktueller Grund der Schwierigkeiten im Rahmen der "Unione" ist die parlamentarische Arbeit am Budget 2008.
Die Diskussion ergab, dass sich die Schüler/innen darüber bewusst waren, welche Probleme die Heterogenität der Regierungskoalition mit sich bringt. Es wurde herausgearbeitet, dass die Unione nicht nur Parteien mit sozialdemokratischen und christlichen Werten beheimatet, sondern dass man auch auf Stimmen der beiden kommunistischen bzw. der Grünen Partei, v. a. im Senat, angewiesen ist. Auch die hauptsächliche Problematik, der geringen Mehrheit im Senat, wurde von den Diskutierenden hervorgehoben. Demnach sei es erdenklich schwierig Reformen über die Bühne zu bringen, die das Land aber dringend nötig habe, wenn jede Partei ihre Einzelinteressen in den Vordergrund stellt.
Es wurde festgestellt, dass die von einigen Medien immer wieder vertretenen Meinung, Romano Prodi befinde sich in Geiselhaft der Kommunisten, nicht geteilt werden kann. Immerhin seien es auch die Mitteparteien rund um die Minister Dini und Mastella, die immer wieder Druck ausüben, um bestimmte Entscheidungen zu beeinflussen.
In diesem Zusammenhang glitt die Diskussion in eine philosophische Richtung, indem über die Notwendigkeit der Politik und des Lobbyismus im politischen Alltag gesprochen wurde. Einige Cafèbesucher vertraten die Meinung, dass es ligitim sei, wenn Politiker versuchen ihre Wählerschaft zufrieden zu stellen. Immerhin sei davon ihre Wiederwahl abhängig. Aus diesem Grund sei es unumgänglich und auch verständlich, dass ein Silvio Berlusconi nicht die Arbeiter, sondern die Unternehmen fördere und entlaste. Ebenso wie dies die aktuelle Mitte - Links - Regierung macht.
Piero Di Benedetto